Anreise
Es ist Freitagmorgen um 3 Uhr, als Swantje mich abholt. Um halb fünf erreichen wir den Flughafen Hamburg. Obwohl es noch so früh ist, ist erstaunlich viel los am Flughafen. Offensichtlich wollen auch viele andere Menschen frühmorgens fliegen, um mehr vom Tag am Zielort zu haben.
Wir gehen durch die Sicherheitskontrolle, wo mir direkt mein Shampoo und mein Haargel abgenommen wird. Als ob ich zum ersten Mal fliegen würde…
Da wir nur mit Handgepäck reisen fällt das Einchecken vom Gepäck weg. Sehr angenehm.
Um kurz nach 6 heben wir ab Richtung London Heathrow. Dort müssen wir einmal umsteigen. Deshalb musste ich ja auch gestern noch schnell das ETA und den vorläufigen Reisepass beantragen. So betrete ich zum ersten Mal England. Bisher war ich nur regelmäßig in Schottland. Aber das ist ja „nur“ Vereinigtes Königreich.



Wir landen am Terminal 5, gehen durch Einreise und die Sicherheitskontrolle und stellen uns dann direkt wieder am Abfluggate an. So viel Zeit zum Umsteigen ist nicht.
Um 8:15 Uhr (Ortszeit) fliegen wir ab nach Dublin. Bevor wir abheben, fahren wir aber bestimmt 15 Minuten im Flugzeug auf dem Flughafen umher. Heathrow ist echt groß!
Wir starten auf der Startbahn in Richtung Westen und auf einmal erkenne ich unter uns Schloß Windsor und Umgebung! Kurz danach folgt schon die irische See und bald kommt wieder Land in Sicht. Irland!
Treffen mit Matze
Der Flughafen Dublin ist übersichtlich, aber auch sehr futuristisch von außen.
Nachdem wir durch die Einreisekontrolle sind, suchen wir den Bus in die Stadt. Wir wählen den Bus Dublin Express 782 (externer Link). Er kostet 10 € pro Person und bringt uns in einer halben Stunde direkt in die Innenstadt. Wir steigen an der Haltstelle George’s Quay (externer Link) aus. Das ist direkt in der Innenstadt.
Nach ein paar Minuten treffen wir Matze. Er war gestern schon angereist. Das war günstiger wegen der Flüge.
Gemeinsam gehen wir durch den Nieselregen und suchen etwas zum gemeinsamen Frühstücken. Das Volumes (externer Link) sieht sehr ungemütlich und modern aus, hat aber eh keinen Platz für drei frei. Das Shoe Lane Coffee (externer Link) hat keine Sitzplätze und das Le Rendez-Vous (externer Link) ist anscheinend ein Raucherlokal. Außerdem ist es auch chinesischer Imbiss und riecht nach altem Fett. Keine schöne Kombination. Wir gehen wieder.



Schließlich finden wir einen Platz im Tang (externer Link). Dort gibt es einen Kaffee und eine Kleinigkeit zum Frühstück. Bis wir unser AirBnB beziehen können dauert es nämlich noch etwas.
Nachdem wir etwas gestärkt sind, machen wir uns doch schon auf den Weg zur Ferienwohnung. Der Vermieter hat uns geschrieben, dass wir schonmal das Gepäck loswerden und den Schlüssel erhalten können.
Stadtrundfahrt im Doppeldecker
Von der Ferienwohnung sind es nur 400 m bis zur O’Connell Street, einer von Dublins Hauptverkehrsachsen in der Innenstadt. Dort wollen wir einen der roten Doppeldecker-Busse (externer Link) für eine Hop-On Hop-Off Stadtrundfahrt (32,30 €) besteigen.
Das gestaltet sich anfangs schwierig. Denn in der Straße fahren gefühlt dutzende Busse gleichzeitig in beide Richtungen, aber die richtige Haltestelle für den roten Doppeldecker finden wir erst, nachdem wir die halbe O’Connell Street abgelaufen sind.
Wir nehmen auf dem Oberdeck Platz, obwohl das Wetter heute nicht so richtig beständig ist. Gerade scheint es sich aber zu halten.
So werden wir durch die Dubliner Innenstadt gefahren und versuchen einen Eindruck von der Stadt bekommen. Die Erläuterungen über die Kopfhörer kann ich anfangs nicht gut hören, da meine Buchse einen Wackelkontakt hat. Irgendwann gebe ich es auf.
Man merkt zeitweise deutlich, dass Dublin eine Küstenstadt ist. Gerade als wir durch den, wirklich riesigen Phoenix Park (externer Link), fahren, bläst uns der Wind zeitweise mit voller Wucht ins Gesicht. Dazu kommt leichter Nieselregen. Nicht gerade angenehm.






Irish Whiskey Museum
Von der Fahrt können wir uns im Irish Whiskey Museum (externer Link) wieder aufwärmen. Hier haben Swantje und Matze für uns eine Führung mit anschließender Probe gebucht.
Im Gegensatz zu Schottland schreibt man in Irland den Whisky mit e, also Whiskey.
Unser Führerin begrüßt unsere Gruppe im Eingangsbereich und geht mit uns über eine Wendeltreppe eine Etage höher. Sie bindet uns ein in eine Art kleines Schauspiel. Im ersten Raum sehen wir eine kleine Diashow mit Erläuterungen, dann folgt ein weiterer Raum, in dem die Brennutensilien wie Brennblase und Maischefass stehen. Wir werden vom Klopfen eines Zollbeamten „aufgeschreckt“ und gehen schnell einen Raum weiter.

Der nächste Raum ist ein nachgestellter Pub, in dem mehrere als Bilder getarnte Bildschirme hängen. Während ihrer Ausführungen über drei Herren, Dubliner Whikskey-Produzenten, spricht sie diese direkt an, die Personen auf den Bildschirmen erwachen zum Leben und antworten ihr.

Beim abschließenden Tasting haben wir drei Whiskeys und einen Poitin (externer Link), der irische Ur-Whiskey, zu probieren:
- Skellig – Small Batch PX Sherry Cask Finish (externer Link) (40%)
- The Irishman – The Harvest (externer Link) (40%)
- Clan Colla – 11 Jahre, Peated Oloroso Finish (externer Link) (46%)
- Mad March Hare – Poitin (externer Link) (40%)
Fazit: Das Irish Whiskey Museum erzählt die Geschichte und Geschichten rund um den irischen Whiskey, ganz in der Tradition des Irish Storytellings. Man merkt, dass die irische Whisky-Industrie deutlich kleiner als die schottische ist. Das zeigt schon die Größe des Museums, wenn ich sie mit der Scottish Whisky Experience (externer Link) in Edinburgh vergleiche. Es war trotzdem eine gute Erfahrung.
Ein Guinness in Buskers Bar
Wir gehen in den Stadtteil Temple Bar. In der Fleet Street klingt aus Buskers Bar (externer Link) Live-Musik. Wir gehen hinein, um ein gemeinsames Guinness zu trinken. Sláinte! Auf einen schönen Urlaub.
Für drei Guinness zahle ich 29,10 € – das sind 9,70 € für ein Pint! Ein sehr stolzer Preis. Das Guinness schmeckt aber trotzdem – oder gerade deswegen.
Auf einer kleinen Bühne singt ein einzelner Musiker mit Gitarre, Effektgerät und Playback Pub-Musik. Der übliche Mix aus Rock, Pop und Folk-Musik. Bei seinen Ansagen werde ich aber stutzig: Der Typ hört sich nicht irisch an, dafür aber verdächtig nach einem Schotten. Es ist dieser typisch, harte Akzent.
Eine kurze Recherche mittels QR-Code ergibt: Volltreffer. Es handelt sich um den Musiker Scotty Connor (externer Link) aus Paisley bei Glasgow.



Temple Bar und Abendessen im The Porterhouse
Nach dem Guinness schlendern wir weiter durch das Viertel Temple Bar (externer Link) und lassen den Trubel auf uns wirken. Zum Glück ist aber längst nicht so viel los, wie ich es schon auf Bildern oder in Reportagen gesehen habe. Menschenmassen mag ich gar nicht so gerne.
Viele der Häuser sind über mehrere Etagen mit bunten Blumentöpfen und Fahnen geschmückt. Die Fassaden der Restaurants und Pubs sind auf Straßenniveau häufig mit Holz verkleidet und in kräftigen Farben gestrichen. So wie es im Vereinigten Königreich oft üblich ist. Zusammen mit den vielen Menschen davor entsteht so das typisch lebhafte Bild von Temple Bar.





Mitten im Viertel gibt es auch einen Pub mit dem passenden Namen: The Temple Bar. (externer Link) Anders als man vielleicht vermuten könnte, soll aber nicht das Viertel nach dem Pub benannt worden sein – vielmehr trägt der Pub den Namen des Viertels.
Inzwischen ist es fast 18 Uhr und damit Zeit für ein Abendessen. Im The Porterhouse (externer Link) bekommen wir einen kleinen Tisch und bestellen alle drei einen Burger mit Chips – also den typisch dicken Pommes. Dazu bestelle ich mir ein goldfarbenes Temple Lager (externer Link). Nach dem stillen Guinness ist das prickelnde Bier eine willkommene Abwechslung.
Erst später, beim Schreiben dieses Berichts, habe ich herausgefunden, dass dieses Bier – ebenso wie einige andere Sorten – sogar direkt vor Ort gebraut wird.
Nach dem Essen gehen wir zurück über den Liffey und – zumindest vermeintlich – in Richtung unserer Ferienwohnung. Im Kings Inn (externer Link) trinken wir noch ein letztes Getränk zum Abschluss des Tages.
Erst auf dem Rückweg merken wir, dass wir zuvor gar nicht wirklich in die richtige Richtung gelaufen sind. Nach weiteren 15 Minuten kommen wir dann aber doch gut in unserer Ferienwohnung an.


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