Autor: Henning

  • La Paninoteca – Hamburg

    La Paninoteca – Hamburg

    Auf einem meiner kleinen Abstecher in die Hamburger Innenstadt war ich schon zwei Mal Gast in La Paninoteca – Italienisches Café & Bistro an der Hamburger Binnenalster. Es liegt direkt hinter der Europapassage am Ausgang Jungfernstieg von U- und S-Bahn. Ich wünschte es wäre ein Geheimtipp. Aber aufgrund der Lage ist es das sicher nicht.

    Nichtsdestotrotz ist es ein tolles Café und Bistro. Und es wirkt authentisch italienisch. Das liegt sicherlich daran, dass es von einer italienischen Familie geführt wird und dass andere (Exil-) Italiener hier auch sehr gerne herkommen. Darauf lassen die lebhaften italienischen Gesprächsfetzen zwischen Personal und Gäst:innen oder auch zwischen Gäst:innen schließen.

    Bei meinem ersten Besuch habe ich mir ein Crostoni Parma, ein Cornetto Pistacchio und einen Cappuccino Pistacchio bestellt. Beides ein Traum für Menschen, die Pistazien mögen: An der Cappuccino-Tasse war ein Rand aus gemahlenen Pistazien und am Tassengrund Pistaziencrème. Letzteres war mir leider erst beim Austrinken aufgefallen…

    Und im Cornetto war auch reichlich Pistatziencrème. Fast schon etwas zuviel Créme.

    Das Crostoni war ein dick geschnittenes Sauerteigbrot mit Parmaschinken, Mozzarella, Pesto und Rucola belegt. Krachend knusprig mit intensivem Belag. Einfach lecker!

    Fazit

    Wer einmal eine Auszeit von Deutschland nehmen und mit Geist und Gaumen nach Italien reisen möchte, der muss zur La Paninoteca gehen!

    Das Ambiente ist eher modern, mit blankem Stahlbeton an Wänden und Decken. Aber Speisen und Getränke sind wie in Bella Italia. Da kann man sich auch mal das, vielleicht nicht so schöne, Hamburger Wetter wegträumen, während man an seinem Cappuccino nippt.

    Preislich war es kein Schnäppchen aber in Ordnung. Das Crostoni (11,50 €), das Cornetto (2,40 €) und der Cappuccino Pistacchio (6,50 €) ergaben zusammen eine Rechnung von 20,80 €.

    Adresse

    La Paninoteca | Italienisches Café & Bistro

    Alstertor 21

    20095 Hamburg

    la-paninoteca.com

    Instagram

    Bewertung

    Ambiente:

    Service / Freundlichkeit:

    Geschmack:

    Preis / Leistung:

    Gesamtwertung:

    PS

    Direkt gegenüber von La Paninoteca liegt übrigens das wunderbare Geschäft Dr. Goetze Land & Karte. Dort bekommt man alles über die ganze Welt: Landkarten, Atlanten, Reiseführer und Reiseliteratur.

  • Wie ich zum Kaffee kam

    Wie ich zum Kaffee kam

    Kaffee und ich. Das war eine lange und schwierige Kennenlernphase.

    Fast 40 Jahre meines Lebens konnte ich Kaffee einfach nichts abgewinnen. Kaffee war für mich einfach nur eine bittere, dünne, heiße, langweilige Flüssigkeit. Die verschiedenen Zubereitungsarten von Kaffee waren mir irgendwie supekt: Espresso, Latte Macchiato, Cappuccino, Americano, Café Latte und so weiter.

    Ich habe mehrfach versucht mich an Kaffee zu gewöhnen und bei manchen Gelegenheiten mal einen Versuch mit 50 % Milch, 50 % Kaffee und 40 % Zucker (ja ich weiß, das sind mehr als 100 %) gestartet. Geschmeckt hat es mir trotzdem nicht wirklich.

    French Press mit Kaffee

    Ich hatte mir dann für zuhause mal eine günstige French Press gekauft und damit experimentiert. Das war geschmacklich aber auch nicht viel besser als Filterkaffee.

    Danach bekam ich eine Dolce Gusto Maschine geschenkt und habe da etliche Kapseln verbraucht. Aber auf Dauer war mir das einfach viel zu viel Müll und zu teuer. Und geschmacklich nur süß und mit künstlichem Aroma.

    Das hat sich lange nicht geändert, bis ich vor ein paar Jahren dann mal einen Latte Macchiato probiert habe. Das ist ja fast nur heiße Milch mit einem Schuss Espresso. Mit etwas Zucker ging das ganz gut. Das war eine Weile mein Getränk. Später auch mal ein Cappuccino.

    So richtig auf den Geschmack gekommen bin ich dann im Urlaub in Italien 2024. Dort habe ich mehrere Cappuccini getrunken und sogar meinen ersten Espresso probiert! Der Espresso schmeckte, wider erwarten, wie ein Schluck Zartbitterschokolade. Wow!

    Frühstück mit Espresso im Italienurlaub 2024
    Frühstück mit Espresso im Italienurlaub 2024

    Seitdem ist mein Traum, mal eine eigene Siebträgermaschine zu besitzen und vielleicht selber mal einen solchen Espresso herzustellen zu können.

    Im Urlaub bestand Katharina dann darauf eine Bialetti Mokka-Maschine zu kaufen. Und seitdem braue ich regelmäßig einen Kaffee für uns damit. Wobei der Kaffee schon sehr stark ist und nichts mit einem Espresso zu tun hat.

    Bei unseren regelmäßigen Terminen in Hamburg vertreibe ich mir die Wartezeit meistens in Cafés und besuche immer mal wieder neue. Über die Zeit habe ich schon einige sehr nette gefunden. Unter anderem das La Paninoteca nahe der Alster, das Morgenstund nahe der Mundsburg (inzwischen mein Stamm-Café) oder das Klein und Kaiserlich in der HafenCity. Alle machen einen sehr guten Cappuccino!

    Cappuccino mit Pistaziencrème und Pistazienrand, La Paninoteca

    Ich bin gespannt wohin mich meine Reise durch das Kaffee-Universum noch führt.

  • Die Wärmflasche – Akt 5

    Die Wärmflasche – Akt 5

    Der dritte Teil zum Unfall mit der Wärmflasche. Hier sind Teil 1 (Akt 1 bis 3) und Teil 2 (Akt 4).

    *Gekennzeichnete Namen sind geändert.


    Nach unserem Telefonat am Morgen rufe ich für Katharina bei der Arbeit an und melde sie krank. Außerdem bekomme ich eine lange Liste an Dingen, die ich noch packen muss für den Krankenhausaufenthalt: Klamotten, Ladegerät und Kabel für das Handy, etwas zu lesen und so weiter. Passenderweise habe ich an diesem Montag einen freien Tag und kann mich nach dem Mittag direkt auf den Weg nach Lübeck machen.


    Parkplatz-Tipp

    Am UKSH angekommen mache ich erneut den Fehler, auf dem normalen Parkplatz zu parken. Da kostet die Stunde 5 €! Viel günstiger ist es im Parkhaus an der Ratzeburger Allee mit 2 € pro Stunde.


    Krankenbesuch

    UKSH Lübeck Nebeneingang

    Über den Eingang durch den Altbau muss ich wegen Bauarbeiten dann mit dem Aufzug zwei Etagen hoch und dann wieder runter bis ich im Neubau lande. Dort geht es bis in den fünften Stock auf die Verbrennungsstation / Plastische Chirurgie.

    Das Zimmer ist neu, hell und modern ausgestattet. So alt ist das Gebäude ja auch noch nicht. Bisher liegt sie alleine im Zimmer. Der Blick geht zum Innenhof hinaus mit Blick auf den Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach zwei Etagen höher.

    Krankenzimmer
    Krankenzimmer mit Aussicht

    Es gibt zwar noch die klassische (Notfall) Klingel, aber optimalerweise kann die Patient:in alles über den Touchscreen am Bett steuern. Das hat natürlich den großen Vorteil, dass die Pflegekräfte gleich sehen, worum es geht und so besser abwägen können, wie dringend das Anliegen ist. Das System läuft übrigens im Browser.

    Körperlich geht es ihr den Umständen angemessen, nach dem Stress und wenig bis kein Schlaf. Immerhin gab es schon Frühstück, die Schmerzen sind aushaltbar und das Personal ist freundlich.

    Wie lange sie noch bleiben muss ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Und ob sie eventuell noch Haut transplantiert bekommen muss auch nicht.

    Nach ein paar Stunden Besuchszeit mache ich mich dann wieder auf den Heimweg.

    Eingangshalle des UKSH Lübeck
    Eingangshalle des UKSH Lübeck
  • Die Wärmflasche – Akt 4

    Die Wärmflasche – Akt 4

    Der zweite Teil zum Unfall mit der Wärmflasche. Hier ist Teil 1.


    *Gekennzeichnete Namen sind geändert.

    Es ist Montag Mittag, als Katharina mich erneut anruft. Sie ist inzwischen auf einer Station im fünften Stock gelandet und liegt, erfreulicherweise, alleine in einem modernen Zimmer auf der plastischen Chirurgie mit Blick auf den Innenhof und den Hubschrauberlandeplatz.

    Die Schmerzen sind immerhin kein Problem mehr und sie fühlt sich gut betreut. Die Ankunft in der Notaufnahme frühmorgens war aber alles andere als freundlich…

    Ankunft in der Notaufnahme

    Nach der Erstversorgung wurde sie mit dem selben Rettungswagen nach Lübeck verlegt, mit dem sie auch in die Notaufnahme der Diako Flensburg gefahren wurde. Das hatte sie sich auch gewünscht, denn die Kollegin hatte sie bei der Fahrt so lieb betreut.

    Die Strecke nach Lübeck ist leider so lang wie sie ist, knapp zwei Stunden dauert die Fahrt. Währenddessen unterhält sie sich aber angeregt und ausführlich mit der Kollegin Teresa*. Da kann der fahrende Kollege Franjo* beim Blick in den Rückspiegel nur den Kopf schütteln „wie man denn so viel quatschen kann“. Franjo ist eher der schweigsame Typ.

    Um kurz nach zwei Uhr nachts kommen sie in der Notaufnahme des UKSH in Lübeck an. Jetzt beginnt der einzige, schlechte Teil der gesamten Wärmflaschen-Geschichte.

    In der INA (Interdisziplinären Notaufnahme) werden sie und die Besatzung vom Rettungswagen erstmal mit den Worten begrüßt: „Warum seid ihr denn hier? Kann die Diako sowas nicht selber?“

    Sowas will man als Patientin oder Rettungsdienst natürlich hören. Erst recht nicht Montagnacht um zwei Uhr. Das vermittelt sofort kein professionelles Gefühl. Es ist ja auch nicht so, dass man einfach nach Lübeck gefahren ist. Vorher wurden digitale Bilder gemacht, an die Verbrennungsstation geschickt und natürlich auch telefonisch Rücksprache gehalten, ob das denn notwendig wäre. Und Lübeck hat dies bejaht. Man schätzt, dass fünf bis sechs Prozent der Körperoberfläche von Verbrühungen des Grades 2a betroffen sind. Und da auch der Hals betroffen ist, könnte es bei Schwellungen auch die Atmung betreffen. Sicherheit geht vor.

    Ein übelgelaunter Arzt

    Nun ist sie also da und der Rettungsdienst verabschiedet sich. Katharina wird erstmal in einen warmen Raum geschoben und liegt dort ganz alleine. Kein Handyempfang (nur über das Gäste-WLAN Telefonie und Daten möglich), der Akku ist bald alle, keine Klingel am Bett und keiner kümmert sich um sie.

    Um kurz nach vier kommt dann endlich ein Chirurg von der Verbrennungsstation zu ihr.

    Dr. Bamse* ist maximal schlecht gelaunt und sieht aus, als ob er vier Tage durchgearbeitet hat. Nach einer Begutachtung der Wunde erklärt er, dass die abgelöste Haut abgetragen werden muss. Das geschieht durch einfaches Abreiben mit einer Binde. Er könne ihr dafür auch ein Schmerzmittel geben aber „da müsste ich die Anästhesie dazu holen, dazu habe ich eigentlich keine Lust weil das dauert. Schaffen Sie das auch so?“

    Das Abreiben muss die Hölle sein. Von der verbrühten Haut rubbelt er die losen Fetzen herunter. Dr. Bamse* zählt immer wieder von fünf auf eins herunter und macht dann Pause. Aber irgendwann hat sie es geschafft.

    Auf die schlimmsten Stellen wird künstliche Haut aufgetragen. Das schützt die Wunde, verwächst mit ihr und kann nach und nach abgeschnitten und irgendwann gelöst werden. Danach wird alles verbunden. Das ist aufgrund der betroffenen Stellen an Nacken, Hals, Schulter und Oberarm nicht so einfach. Der Arzt macht es aber maximal schlecht. Das sagen später auch alle anderen Beteiligten der Pflege und ärztliche Kolleg:innen.

    Nach dieser Tortur wird sie dann irgendwann auf die Station gebracht und kann sich dort erstmal erholen.


    Beitragsbild: Erzeugt mit ChatGPT. Zeigt die Rettungsdienstbesatzung und Katharina im Rettungswagen. Mit dem Bild hat sie sich später auch beim Rettungsdienst für die gute Betreuung bedankt.

  • Die Wärmflasche – Akt 1 bis 3

    Die Wärmflasche – Akt 1 bis 3

    1. Akt – Zuhause

    Sonntagabend. Kurz vor halb Elf. Ich bin im Bad. Sie in der Küche. Die Wärmflasche füllen. Plötzlich ein furchtbarer Schrei. Panik. Sie schreit: „Die Wärmflasche ist geplatzt!“ Ich renne in die Küche. Ziehe sie ins Bad. Über die Badewanne. Bekleidung aus. Brause an. Kühlen. Nur gerade handwarm. Nacken, Schulter und Oberarm sind knallrot wie nach einem Tag am Strand. Am Hals sind schon Blasen. Weiter Kühlen. Kühlen. Kühlen. Kühlen. Eigentlich soll man ja nur kurz kühlen. Aber sie hält es ohne nicht aus. Es muss schrecklich sein. Selber fahren? Sie sagt nein. Es geht nicht. Ich wähle den Notruf. Name und Adresse sind ja bekannt. Was ist passiert? Wieviel Fläche ist betroffen? Notarzt? Nein. Danke. Das Gespräch dauert 45 Sekunden. Wieder ins Bad. Weiter kühlen. Schnell noch eine andere Hose anziehen. Ich gehe raus an die Straße. Der Rettungswagen muss gleich da sein. Die Hausnummer ist schwer zu finden. Dann sehe ich Blaulicht. Ich winke wild. Sie suchen. Sie sehen mich erst nicht. Aber dann. Die Hilfe ist da. Wir gehen rein. Kurze Schilderung. Krankenkassenkarte. Ein paar nasse Handtücher. Ab in den Rettungswagen und los mit Blaulicht. Bis gleich.

    2. Akt – Notaufnahme

    Ich packe die Handtasche mit den wichtigsten Dingen. Betrachtet kurz das Chaos in Küche und Bad. in Beiden Räumen ist eigentlich nur Wasser auf dem Boden. Auf den ersten Blick scheint nichts passiert. Ich packe eine weitere Tüte mit ein paar Sachen: Zahnbürste, Medikamente, Handyladekabel, Powerbank, T-Shirt, Jogginghose. Nur für den Fall der Fälle. Ich habe so ein Gefühl. Dann fahre ich in die Notaufnahme. Sie sitzt im Schockraum. Weint. Leidet sehr. Zwei Pflegerinnen kümmern sich. Der Zugang liegt. Eine Infusion läuft. Sie hat starke Schmerzen. Novalgin wirkt bei ihr nicht. Irgendwann geben sie ihr endlich etwas stärkeres. Das Mittel (Dipidolor) wirkt. Sie wird ruhiger. Der Schmerz wird weniger.

    Sie tragen Brandgel auf. Verbinden die Stellen. Es ist kompliziert zu verbinden. Es werden Fotos gemacht. Man nimmt Kontakt mit dem Verbrennungszentrum in Lübeck auf. Sie schätzen 6 Prozent sind betroffen. Verbrühung Grad 2a. Vielleicht auch 2b. Wir reden. Dann kommt der Arzt wieder: Sie wird nach Lübeck verlegt. Der Rettungswagen ist auf dem Weg. Ich muss mich beeilen. Schnell nachhause, noch wichtige Dinge holen. Ins Auto. Die Stadt ist frei. Zuhause die Liste abgehakt und schnell zurück. Nach 20 Minuten bin ich wieder da. Rechtzeitig. Nach mir kommt der Rettungsdienst an. Es ist die selbe Besatzung. Auf die Trage. Zudecken. Es ist kalt draußen. Dann in den Rettungswagen. Küsschen. Alles gute. Bis nachher. Sie fahren los.

    3. Akt – Universitätsklinikum

    Es ist kurz nach halb eins. Erstmal nachhause. Ein bisschen aufräumen. Versuchen runterzukommen. Bettfertig machen. Gedanken kreisen. Wecker auf acht Uhr gestellt. Schlafen geht erstmal nicht. Schreibe noch mit der Kollegin in der Leitstelle. Es ist kurz nach zwei Uhr. Der Rettungswagen ist schon in Lübeck. Irgendwann schlafe ich dann doch ein.

    Das Telefon klingelt um kurz vor acht. Sie ist es. Sie ist in Lübeck. In der Notaufnahme. Alleine. In einem Raum. Schmerzen sind ok. Keiner kümmert sich. Kein Handy-Empfang. Nur Whats-App geht über WLAN. Wir sprechen kurz. Ich rufe für sie bei der Arbeit an. Dann wird sie abgeholt.

  • Café Bakeliet – Kiel

    Café Bakeliet – Kiel

    Ganz in der Nähe des Exers in Kiel liegt das Café Bakeliet. Wie immer bin ich durch Google Maps darauf aufmerksam geworden. Der Name Bakeliet lehnt sich an die Bezeichnung für den schwarzen Kunststoff Bakelit vom Anfang des 20. Jahrhunderts ab, aus dem damals Lichtschalter und Telefone hergestellt wurden.

    Das Café

    Cafe Bakeliet von außen
    Cafe Bakeliet von außen

    Das Café liegt an der Ecke eines rot geklinkerten Wohnblocks. Bereits an der Fassade machen mehrere weihnachtlich geschmückte Kaffeesäcke auf das Café aufmerksam und zeigen an, dass hier Kaffee geröstet wird.

    Die Auslage sieht schon durch das Schaufenster sehr lecker aus. Glänzende Zimt- und Nougatschnecken fallen mir sofort ins Auge. Das verschnörkelte Logo der Hofbäckerei Bornhorst weist auf die Herkunft der Backwaren hin.

    Innen begrüßt mich gleich eine Kaffee-Röstmaschine. Am Tresen bestelle ich einen großen Cappuccino, eine Nuss-Nougat-Schnecke, ein Sprudelwasser und setze mich, im etwas höher gelegenen Gastraum, an einen kleinen Tisch für zwei Personen.

    Das Ambiente

    Das Ambiente versetzt mich gleich 90 Jahre zurück: Die Wände sind beige, alt und abgewetzt, an diversen Stellen ist der Putz abgebröckelt und das Mauerwerk ist zu sehen, offenliegende Holzbalken stützen die Decke, dicke, schwarze Stromkabel laufen auf den Wänden und Decken zu schwarzen Drehschaltern und die Tür zur Toilette ist eine stählerne Bunkertür mit Doppelriegel. Passend dazu ist das Mobiliar aus alten, einfachen Tischen und Stühlen.

    Alles wirkt sehr überzeugend wie aus den 1920ern. Aber eine stählerne Bunkertür, Holzbalken, Mauerwerk und die Elektroinstallation passen eigentlich absolut nicht zum Baujahr des Hauses. Aber erst jetzt, bei dem Lesen eines anderen Berichtes, wird bestätigt, dass es wirklich nur eine sehr gut gemachte Imitation der damaligen Zeit ist. Äußerst gelungen, wie ich finde. Laut Internetseite soll für die Zeit des Besuches auch „die Zeit stehen bleiben.“

    Man widmet sich hier im Café Bakeliet voll dem Thema Kaffee. Er wird hier vor Ort geröstet, es stehen dutzende Metalleimer mit unterschiedlichen Kaffeesorten an der Wand und man kann auch gleich Kaffeemaschinen, von der Aeropress bis zur Siebträgermaschine, und Zubehör kaufen.

    Cappucciono, Gebäck und Wasser
    Cappucciono, Gebäck und Wasser

    Der Kaffee ist sehr gut, auch wenn man ihn mir versehentlich mit Hafermilch anstatt Kuhmilch gemacht hat. Die Nuss-Nougat-Schnecke ist ok aber könnte irgendwie cremiger sein.

    Alles in allem habe ich mich im Café Baekliet sehr wohlgefühlt und würde jederzeit wiederkommen. Für meinen Verzehr habe ich moderate 11,30 € bezahlt.

    Bewertung

    Ambiente:

    Service / Freundlichkeit:

    Geschmack:

    Preis / Leistung:

    Gesamtwertung:

  • Erkundung: Sandberg

    Erkundung: Sandberg

    Heute waren Jost und ich mal wieder los. Meine Idee war, mal etwas das Gebiet im Stadtteil Sandberg rund um die Mummsche Koppel, Campus und die Neubauten der Wohnsieldung Freiland zu erkunden. Dort hat sich in den letzten Jahren ja einiges in Sachen Wohnbebauung getan. Start- und Endpunkt war der Parkplatz an der Universität.

    Mummsche Koppel und Campus

    Mummsche Koppel
    Mummsche Koppel vom Weg durch die Kleingärten

    Mummsche Koppel besteht aus 6 Häusern. Haus 1 ist schon bezogen. Preise wohl von bis. Vor ein paar Tagen sah ich bei Immoscout eine Anzeige für ein Penthouse (?) mit 134 m² für 2.600 € Warmmiete. Na Mahlzeit…

    Wir finden die Blöcke modern, aber von außen sehr langweilig gestaltet. Kein Fassadengrün, keine Schnörkel.

    Auch mehrere neue Wohnheime für Studierende sind vor und hinter dem Campusbad entstanden. Es besteht weiter ein hoher Bedarf an kleinen, und vor allem bezahlbaren, Unterkünften für Studierende.

    Bei einem kleinen Schlenker über die Straße Sandberg und die Johannistreppe haben wir die, dem Oluf-Samson-Gang nahekommenden, kleinen, alten Häuschen in der Teichstraße gemustert. Schade, dass viele Häuser nicht in so gutem Zustand sind.

    Wohnsiedlung Freiland

    Die Wohnsiedlung Freiland hat uns gut gefallen. Modern und optisch nicht ganz so langweilig wie Mummsche Koppel. Sehr gewundert hat uns die provisorische Brücke über den Gleisbach, die als Rettungsweg für die Feuerwehr gekennzeichnet ist. Warum? Wer muss da gerettet werden? Es ist eigentlich überall genug Platz zum Flüchten bei Feuer. Wer muss über den Bach flüchten?

    Rettungsbrücke
    Rettungsweg? Wofür?

    Am Ende der Siedlung geht der Weg, an der Kindertagesstätte Adelby 1 vorbei, über auf das ehemalige Gelände des Freilandlabors. Dort sind heute die Kinder zuhause und haben viel Raum zum spielen.

    Am Ende hatten wir noch einen kurzen, erhöhten Blick auf das ehemalige Gelände des TBZ Flensburg.

    Ehemaliges Gelände des TBZ Flensburg
    Ehemaliges Gelände des TBZ Flensburg

    Unsere Route

    Bilder

  • Weihnachtsmarkt auf Schloss Egeskov

    Weihnachtsmarkt auf Schloss Egeskov

    Am Wochenende waren wir auf dem Weihnachtsmarkt auf Schloss Egeskov (Egeskov Slot). Katharina und ich haben uns vorgenommen immer mal neue Weihnachtsmärkte zu besuchen. Immer Flensburg oder Husum ist ja langweilig.

    Über Schloss Egeskov

    Schlosss Egeskov ist ein Wasserschloss aus dem 16. Jahrhundert und liegt auf der dänischen Insel Fünen (dänisch: Fyn) im Ort Kværndrup . Fünen ist die erste von den zwei großen Inseln auf dem Weg nach Kopenhagen bzw. Schweden. Seit 1986 ist es für die Öffentlichkeit zugänglich und beherbergt heute neben dem Schlossmuseum noch weitere Ausstellungen. Darunter sind Oldtimer, Flugzeuge, Motorräder, ein Museum zur Geschichte des Rettungswesens in Dänemark, eine Ausstellung von Puppenhäusern und zur Geschichte der Landwirtschaft, des Handels und des Handwerks.

    Unser Besuch

    Von Flensburg sind es bis Egeskov knapp zwei Stunden Fahrt. Wie immer war die Fahrt in Dänemark total entspannt und problemlos.

    Als wir dann über die Straße fuhren und das erste Mal das Schloss und den Parkplatz davor sahen, stockte uns fast der Atem. Der Parkplatz sah aus wie bei einem Festival! Hatte sich ganz Dänemark dazu entschlossen heute herzukommen?

    Eintrittskarten hatten wir bereits für 16 € (70 Kronen) pro Person online gekauft. So mussten wir nur an einem extra Zelt neben dem normalen Eingang die ausgedruckten QR-Codes scannen lassen und konnten das Gelände betreten.

    Schon hinter dem Zelt konnten wir den Weg entlang zu den alten Scheunen schauen. Und wir sahen, wo die ganzen Menschen von den vielen Autos vom Parkplatz geblieben waren. Es war ganz schön voll!

    So voll, dass vor den einzelnen Ständen für Essen und Getränke teils 30 m lange Schlangen waren.

    Ein weiteres Problem war auch, dass viele Stände von den Ausstellern nur Bargeld oder MobilePay akzeptiert haben. Und wir hatten natürlich kein Bargeld mit…

    Die paar Stände von Egeskov selbst hatten zum Glück Kartengeräte, die auch Kreditkarte oder kontaktlose Bezahlung erlaubten. Da haben wir dann erstmal 9 Æbleskiver mit Puderzucker und Marmelade (12 €) gegessen.

    Durch die Scheunen mit den Ständen schoben sich die Menschen dicht an dicht. Besonders schlimm war es im alten Pferdestall (Hestestald). Da sind wir nach ein paar Metern wieder raus.

    Wir haben uns dann hungrig für einen Teller Pølsemix (Pommes, Wurstscheiben und Ketchup) angestellt und ohne Übertreibung mehr als eine halbe Stunde gewartet! Da waren wir dann schon fast durchgefroren.

    Alles in allem hat uns der Weihnachtsmarkt leider nicht so sehr gefallen. Grundsätzlich ist es ein tolles Gelände, ein hübsches Schloss und sehr viele nette Stände. Aber es waren uns einfach zu viele Menschen.

    Wir werden aber das Schloss und seinen Park im nächsten Sommer mal in voller Blüte besuchen.

  • Bolle Pizza Sandwiches – Hegestraße

    Bolle Pizza Sandwiches – Hegestraße

    Bolle Pizza Sandwiches in der Hegestraße in Eppendorf hatte Katharina für uns herausgesucht. Scheint schon etwas gehypet zu sein. Sogar der YouTuber Sturmwaffel hat den Laden schon besucht und bewertet.

    Bestellt wird an Automaten ähnlich wie in großen Fast-Food-Restaurants. Bezahlt wird kontaktlos oder mit Karte. Getränke kann man sich selber aus dem Kühlschrank nehmen. Das Essen war schnell fertig und informiert wurden wir mit Piepern am Platz.

    Das Ambiente ist allerdings sehr minimalistisch gehalten. Rohe Wände, Edelstahlstühle und Metalltische. Fühlte sich eher an wie Mehrbettzelle im Gefängnis. Leider null gemütlich.

    Katharinas Sandwich und meine Pizza waren gut. Aber so unendlich begeistert war ich irgendwie nicht. Mir fehlte Salz. Aber es war schon eine gute bis sehr gute Pizza.

    Für eine Pizza, ein Sandwich und zwei Getränke haben wir 35,90 € bezahlt. Fair.

    Bewertung

    Ambiente:

    Service / Freundlichkeit:

    Geschmack:

    Preis / Leistung:

    Gesamtwertung:

    Bilder

  • St. Pauli

    St. Pauli

    Nach dem Stop an den Landungsbrücken bin ich noch weiter Richtung St. Pauli. Bei der St. Pauli Kirche habe ich mich erst ins Café Zweite Liebe gesetzt und dort einen Cappuccino und ein Rührei mit Brot gegessen. Mit Elbblick!

    Die weiteren Punkte auf dem Rückweg zu der U-Bahn Station Landungsbrücken waren: Friedhof St. Pauli Kirche, Hein-Köllisch-Platz, St. Pauli Hafenstraße, DWD.

    Gerade St. Pauli hat mir wieder gezeigt: Man findet auch in der, vermeintlich, langweiligsten Gegend interessante Subjekte. Wenn man mit offenen Augen umherläuft.