Dienstag, 24. September 2024
Inhaltsverzeichnis
Endlich beginnt der erste richtige Urlaubstag! Der Tag gestern war ja, bis auf das Frühstück, eher zum Vergessen.
Nachdem wir uns sehr ausführlich ausgeschlafen haben mache ich mich wieder auf den Weg zum örtlichen Sigma Supermarkt. Wir können ja nicht jeden Tag nur die sehr leckeren Backwaren aus der Pasticceria Lorenzo essen.
Einkauf und Frühstück
Ich hole mir also einen Einkaufswagen und schlendere durch den Markt. Am Anfang sind Obst und Gemüse, dann folgen Milchprodukte, dann geht es rechts herum und Käse- , Fleisch- und Backtheke schließen an. Gegenüber sind dann die normalen Regalreihen.
Die Käse- und Fleischtheke sind ein Traum. Es gibt auch jede Menge frische Dinge wie diverse Salate, Cremes und gefüllte Pasteten. Außerdem natürlich Anitpasti. In einem Regal hinter der Theke sind diverse Rohschinken, Kochschinken, Salami und Mortadella aufgereiht.

Es sieht alles so lecker aus aber ich entscheide mich für ein Stück Parmesan, ein Stück Mortadella und eine Packung mit verschiedenen Salami- und Käsesorten. Alles eingeschweißt.
Am Backtresen verlange ich ein ganzes, rundes Brot (Pane rustico) und nehme noch ein paar Teile vom Backregal zu Selbstbedienung mit.
Im Einkaufswagen sind schließlich das Brot, Bananen, Butter, Sprudelwasser, Milch, Aufschnitt, Fleisch, Käse und Nutella. Dann frühstücken wir erstmal. Oder essen Mittag. Es ist inzwischen 12 Uhr.



Alles schmeckt sehr gut. Mir fallen aber ein paar Dinge auf: Ich habe abgepackte Butter in kleinen Portionen gekauft (wie im Hotel). Die hat eine für uns ungewohnte Farbe und Konsistenz. Sie ist schneeweiß und leicht bröckelig. Erst denken wir, dass die Butter irgendwie schlecht wäre aber Google hilft uns. Es scheint so zu sein, dass die Butter einfach wegen ihrer Inhaltsstoffe anders in Optik und Konsistenz ist.
Käse und Wurst schmecken mir sehr gut. Auch die Mortadella ist sehr lecker. Sie ist aber so fettig, dass ich nicht sehr viel davon essen kann.
Gibt es im Deutschen eigentlich einen Begriff für den Zustand, dass man nur eine kleine Menge eines Lebensmittels essen kann bevor einem schlecht wird?
Fahrt durch die Berge nach Lucca
Gestärkt brechen wir zu unserem heutigen Ausflugziel auf: Der Provinzstadt Lucca, auf deren Gebiet auch Camaiore liegt. Von Camaiore gibt es zwei Möglichkeiten: Über die Autobahn SS439 am Fuß der Berge oder über die Hügelstraße SP1. Wir entscheiden uns für die, vermeintlich schönere, Bergroute. Am Ende des Tales von Camaiore steigt die Straße schnell in Serpentinen um viele auf über 200 Meter an. Die Strecke ist nicht so malerisch wie gedacht aber wir kommen ohne Störung durch das ländliche Italien.
35 Minuten später erreichen wir den Zielort Parcheggio Palatucci in unmittelbarer Nähe zur Altstadt. Der Parkplatz dort überrascht mit den geringen Parkgebühren.

Ankunft in Lucca
ChatGPT sagt über Lucca:
Lucca ist eine charmante, von vollständig erhaltenen Renaissance-Stadtmauern umgebene Stadt. Auf den Mauern verläuft heute eine breite Promenade, die zum Radfahren und Spazieren einlädt. Innerhalb der Mauern findet man enge Gassen, romantische Plätze und zahlreiche Kirchen, weshalb Lucca auch „die Stadt der 100 Kirchen“ genannt wird. Das Herz bildet die Piazza dell’Anfiteatro, ein ovaler Platz auf den Grundmauern des römischen Amphitheaters. Der Guinigi-Turm mit seinen Bäumen auf der Spitze bietet eine weite Aussicht. Lucca ist für seine mittelalterliche Atmosphäre, seine lebendige Kultur sowie kulinarische Spezialitäten wie die Torta di Erbi bekannt.
Wir gehen durch das nur 100 Meter entfernte Stadttor Porta San Donato unter der Stadtmauer durch und schon sind wir in der Altstadt. Die Stadtmauer ist übrigens richtig breit. Oben hat sie eine Breite von etwa 25 Metern. Nach außen ist es sie gemauert, zur Stadt hin ist es ein breiter, abfallender Wall.

Radtour auf der Stadtmauer


In der Via del Crocifissio mieten wir bei einem Fahrradverleih günstig zwei einfache Fahrräder (ca. 20 € für 2 Stunden) und fahren an der nächsten Möglichkeit auf die Stadtmauer. Gemütlich radeln wir gegen den Uhrzeigersinn auf ihr entlang. Links haben wir immer eine gute Sicht auf die Altstadt, auf ihrer Kirchen, auf die Hinterhöfe und kleinen Gassen. Nach rechts liegt immer der freie Blick auf die restliche Stadt offen. Außerdem ist der Weg so breit wie eine zweispurige Straße, so dass genug Platz ist um viel nach links und rechts zu schauen oder spontan anzuhalten.
Basilica di San Frediano

Bei dreiviertel der Runde fahren wir die Rampe von der Stadtmauer hinunter und schließen unsere Räder an der Basilica di San Frediano an. Vor der Kirche ist ein kleiner Platz, an dessen Rand die Gäste von Restaurants gemütlich unter Sonnenschirmen sitzen. Außerdem gibt es diverse kleine Geschäfte in den Häusern drumherum. Es herrscht geschäftiges Treiben.
Da die Kirche irgendwie interessant aussieht und es auch unsere erste italienische Kirche ist, gehen wir hinein. Der Eintritt beträgt Drei oder Vier Euro. Der Glockenturm kann auch bestiegen werden, das kostet dann aber extra. Katharina kann das schon wegen ihres schmerzenden Beines nicht und auch nicht wegen ihrer Erkrankung (ME/CFS und POTS).
Als erstes fällt mir auf: Sie ist nicht so kühl wie nordeuropäische Kirchen. Bei uns sind die Kirchen ja auch im Sommer immer deutlich kühler als die Temperaturen draußen. Der Unterschied ist hier kaum fühlbar. Ob das an den deutlich höheren und länger andauernden Temperaturen in der Gegend liegt?
Als zweites fällt mir die Akustik auf. Die ist bei weitem nicht so hallig wie die Kirchen die ich so kenne. Vielleicht liegt es an den verwendeten Steinen?


In einem Seitenschiff liegt die Mumie der heiligen Zita von Lucca unter einer Glasabdeckung. Sie soll mehrere Wunder vollbracht haben. Unter anderem gab sie ihren Mantel einem Bettler und später erschien Jesus neben ihr und brachte den Mantel zurück.
Spaziergang durch die Stadt
Nach dem Verlassen der Kirche lassen wir die Fahrräder dort angeschlossen und erkunden ein bisschen die alten, engen Gassen.


Aber erstmal suchen wir die Apotheke an der Ecke auf. Denn Katharina bräuchte eventuell ein Medikament. Das Rezept ist bereits von ihrem Hausarzt als e-Rezept auf ihre Krankenkassenkarte geladen worden. Wir erkundigen uns also, ob das Rezept auch in Italien einzulösen ginge. Natürlich geht es (noch) nicht. In Papierform ginge es. Digital soll noch kommen. Das gewünschte Medikament hat die Apotheke aber sowieso nicht da. Wir bedanken uns für die Auskunft und schlendern weiter durch die umgebenden Gassen.
Es gibt viele kleine Läden. Bäckerei, Weinhandlung, Mode, Handy, Souvenirs. Aber alles noch mit einer sehr gesunden Mischung.

Nach nur ein paar dutzend Metern kommen wir an der der Gelateria Veneta vorbei. Katharina lädt ihren Akku erstmal mit zwei Kugeln leckeren Eises auf.
Nach nochmal 40 Metern treten wir rechts durch einen Torbogen durch die Häuser und stehen auf der Piazza dell’Anfiteatro. Es ist ein ovaler, mittelalterlicher Platz mit vielen Restaurants und Geschäften an seinem Rand. Die Form erinnert nicht zufällig an das Kolosseum in Rom. Auch hier in Lucca stand einst ein Amphitheater der Römer.
Ein bisschen nervt es allerdings, dass mehrere Musikanten auf dem Platz gleichzeitig spielen.
Zurück in den Gassen kommen wir irgendwann an einem kleinen Laden mit Kunst vorbei. Mir gefallen einige Drucke sehr. Aber natürlich kaufe ich erstmal nichts und nachher kommen wir nicht mehr daran vorbei oder ich denke nicht mehr daran. Typisch…
Im örtlichen Bialetti-Laden stöbern wir dann durch die verschiedenen Kocher und das Zubehör. Katharina ist Feuer und Flamme und möchte am liebsten eine kaufen. Die sehen alle auch sehr schick aus. Aber wir sind bisher beide keine großen Kaffeetrinker. Ich trinke Kaffee nur mit 80 % Milch und Zucker. Sie ähnlich. Bisher haben wir zuhause auch nur eine Dolce Gusto Kapselmaschine. Aber das ist erstens natürlich geschmacklich zweifelhaft und preislich und umwelttechnisch eine Katastrophe.
Ich bin aber nicht davon überzeugt einen Mokka-Kocher zu kaufen. Mir schmeckt ja Filterkaffee schon nicht. Und Mokka ist ja noch stärker. Katharina gibt irgendwann auf mich zu überzeugen und wir verlassen den Laden ohne etwas zu kaufen (Hinweis: Inzwischen nutze nur ich die Bialetti zuhause).
Auf dem Rückweg mit unseren Fahrrädern von der Kirche zur Stadtmauer lugen wir in den Innenhof des Real Collegio die Lucca hinein. Es ist war früher Kloster der anliegenden Kirche, dann eine Schule und ist jetzt Veranstaltungszentrum. Sehr nett.

Rückfahrt und Tagesabschluss
Die Rückfahrt führt uns nicht über die Berge, sondern über die Autobahn am Fuß der Berge. Hier kommen wir zum ersten Mal in Kontakt mit den Maut-Stationen in Kontakt. Das Bezahlen ist mit Bargeld und kontaktlos möglich.
Die Autobahn hat man nicht wirklich am Fuß der Berge gebaut, sondern in die Flanke. Teilweise steht die Straße auf Stelzen und Brücken überqueren breite Täler. Nach links hat man durch die Höhe eine Fernsicht bis zum Meer.
Zurück in der Ferienwohnung gibt es für Katharina Tortellini mit Fleisch und für mich ich Tortelloni gefüllt mit Salsiccia und Gemüse. Außerdem noch ein italienisches Bier.






























