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  • Deutschland gegen den Uhrzeigersinn – Tag 3

    01.09.2020 – Tag 3 – Münster -> Haltern am See -> Essen

    Die zweite Nacht im Wohnwagen. Meine erste auf einem Campingplatz überhaupt. Ich habe schon viel besser geschlafen, nur die Planung mit den Toilettengängen in der Nacht muss noch besser werden. 😅

    Nach der Morgentoilette mit Duschen (Duschmünzen, ziemlich kalter Raum) frühstückten wir nett aber bei kühlen Temperaturen um uns danach abfahrbereit zu machen. Noch schnell das Geschirr abgewaschen und los ging es auf die Autobahn in Richtung Haltern am See.

    Legionärshelm

    In Haltern parkten wir direkt vor dem Römermuseum auf dem Parkplatz und gingen als erstes in die Ausstellung. Neben der Ausstellung, also dem eigentlichen Museum, gibt es noch einen Außenbereich. Dort hat man einen Teil des riesigen Lagers wiederaufgebaut, welches die Römer hier vor knapp 2000 Jahren (Um das Jahr 0 herum) errichtet hatten.

    Einen Teil der Lagerbefestigung, Holz/Erdwand mit Wachtürmen, und den Doppelgraben hat man, teilweise mit den Werkzeugen und Techniken von damals, nachgebaut. Beeindruckend dass die Soldaten damals alles vor Ort gebaut und hergestellt haben: Bäume gefällt, Balken gezimmert, Gräben gegraben, Geschirr hergestellt und so weiter.

    Zinnfiguren vs. Asterix und Obelix
    Nachgebaute Wehrmauer der Römer mit Doppelgraben
    Ich und Fritz auf der Wehrmauer

    In der Ausstellung gab es dank Corona keine Führungen aber dafür gratis einen Audioführer auf der Basis von QR-Codes an den Ausstellungsteilen den man mit dem Handy anhören konnte. 👍 Hier stehen aber auch die fast 15.000 (!) Playmobilfiguren die die Sendung mit der Maus für eine Darstellung der Varus-Schlacht (YouTube Teil 1, Teil 2) benutzt hatte. Die Figuren zogen sich über Kopf durch die ganze Austellungshalle. Wahnsinn!

    Zügel und Zaumzeugteile

    Nach dem Besuch des Museums mussten wir in Dülmen noch einen Fahrradladen aufsuchen um eine Ersatzschraube für das Pedal von J. zu finden. Die morgendliche Suche in Münster von J. war leider nicht von Erfolg gekrönt. Er brauchte Schraube B und der Laden hatte nur Schraube A und C da. 😩

    In Dülmen wurden wir dann aber glücklicherweise in einem Laden fündig. Die Schraube gab es, zwar gebraucht, umsonst bzw. gegen eine kleine Spende in die Tageskasse. J. war wieder glücklich.

    Nach einer Fahrt quer durch das Ruhrgebiet kamen wir schließlich am Campingplatz in Essen-Werden an. Leider war es erst 20 nach zwei und der Platz hatte bis drei Uhr Mittagsruhe. So „mussten“ wir also noch eine Mittagsstunde machen bevor wir auf den Platz konnten. 😇

    Beim Aufbau des Wagens fiel dann auf dass jemand (ich 😶) das Anschlusskabel für den Wohnwagen wohl in Münster vergessen hat. Zum Glück gab es an der Rezeption des Campingplatzes welche zum leihen.. Ich werde dann wohl ein neues Kabel kaufen müssen dürfen.

    Nach kurzer Orientierung auf Google-Maps folgten meine Reiseteilnehmer meinem Vorschlag noch mit dem Rad am Rande der Ruhr dem Radweg zu folgen und nach Essen-Kettwig zu fahren, was laut der Bilder sehr idyllisch sein sollte. Die Fahrt war wirklich sehr angenehm und leicht denn der Ruhrradweg führt hier immer direkt am Ufer der Ruhr entlang und hat nur minimales Gefälle (bzw. Steigung). Es war gut etwas los an Jogger*innen und Radfahrer*innen. Aber auch auf der Ruhr war einiges los in Form von Kanuten und Ruder*innen.

    Rudertraining auf der Ruhr
    Malerisch – Ruhrradweg an der Ruhr

    Der Ortsteil Werden bzw. Kettwig ist so überhaupt nicht so wie man Essen erwartet. Nämlich sehr ländlich und grün! Und überhaupt nicht dreckig und laut wie das Stereotyp war. Teilweise waren Bauernhöfe und Weiden entlang des Radweges zu sehen. Einmal sogar ein großer Schwarm Gänse auf einer Wiese.

    Gänse auf der Wiese in Essen

    In Kettwig angekommen liefen wir über die alte Bogenbrücke, ein bisschen an der Ruhr entlang und durch die kleinen Straßen des Ortskerns mit seinen mit Schiefer verkleidet und gedeckten Fachwerkhäusern. Abschließend stärkten wir uns für die Rückfahrt mit einem Schinken-Käse-Toast und einem Getränk (2x König-Pilsner und 1x Aperol-Spritz).

    Kettwiger Mühlengrabenbrücke
    Das wird eng – Hauswand an Haustür

    Wieder fiel uns auf dass es hier anscheinend viel mehr Wespen gibt als bei uns zuhause denn hier vor dem Café und auf dem Campingplatz schwirrten gleich etliche der gelben Gesell*innen herum und störten uns teilweise doch etwas. Sogar eine improvisierte Wespenfalle stand herum und war komplett voll mit toten Wespen.

    Danach fuhren wir den selben Weg zurück zum Campingplatz um die Planung für die nächsten Tage voran zu treiben und uns mit Pestonudeln zu stärken. Eigentlich wollen wir morgen nach Essen auf die Zeche Zollverein aber anscheinend ist online schon alles ausgebucht. Naja wir werden schon etwas mit Bergbau finden. 🙂

    Bis morgen!

  • Deutschland gegen den Uhrzeigersinn – Tag 2

    Deutschland gegen den Uhrzeigersinn – Tag 2

    30.08.2020 Tag 2 – Wilhelmshaven -> Münster

    Die erste Nacht im Wohnwagen in meinem Leben verlief ruhig. Allerdings kam es wie befürchtet: Ich musste auf Toilette.. Natürlich habe ich es mir verkniffen bis morgens unser Gastgeber M. wach war. 😆

    Um halb neun frühstückten wir gemeinsam um anschließend mit den Rädern zum Deutschen Marinemuseum zu fahren. Dadurch dass wir so früh dort waren waren noch wenig Besucher*innen im Museum, der Zugang war auf 70 Personen im Museum selbst beschränkt, was unser Glück war. Als wir das Museum später verließen war vor  dem Eingang eine recht lange Schlange.

    Die Ausstellung des Museums selbst gibt einen Überblick über die Geschichte der Deutschen Marine von der Mitte des 19. Jahrhundert bis heute. Gemälde, Bilder, Texte und viele interessante Ausrüstungsgegenstände (Enigma, Flugkörper, Uniformen usw.) zeigten Aspekte der verschiedenen Marinen Deutschlands. Das spannendeste an dem Museum ist aber der Außenbereich. Dort gibt es den Zerstörer „Mölders“, den Minenjäger „Weilheim“, das Schnellboot 71 „Gepard“, U10 (wegen Corona gesperrt) und weitere Exponate in (Über) Lebensgröße. Außerdem kann man beim Eintritt eine Hafenrundfahrt vom Gelände des Museums gleich mitbuchen, was wir wegen Angst vor zu kaltem Wetter nicht taten.

    Marinemuseum Wilhelmshaven
    Karikatur aus dem Kalten Krieg
    OP-Saal an Bord der Mölders

    Wir folgten dem Rundgang über die „Mölders“ auf dem Hauptdeck und gingen Steuerbords entlang als plötzlich M. rief: „Ein Seehund!“ Wir schauten alle hin und tatsächlich schwamm längsseits vom Schiff ein Seehund im Hafen. Mit Rufen und Klatschen versuchten wir seine Aufmerksamkeit zu bekommen aber er tauchte wieder ab. Aber nur um ein paar Minuten später wieder aufzutauchen. Wir haben ihn spontan „Robbie die Robbe“ genannt. 😃

    Robbe im Hafenbecken

    Nach der „Mölders“ besuchten wir noch kurz das Minenjagdboot „Weilheim“ bevor wir noch etwas über das Außengelände liefen und dann das Museum verließen, zurückfuhren zum Wohnwagen und dann in Richtung Münster starteten.

    Die Fahrt verlief, wie gestern, angenehm ereignislos. Vor allem ohne Staus und Unfälle!

    Auf dem Campingplatz Münster angekommen bauten wir schnell auf und fuhren mit den Rädern in die nahegelegene (6km) Stadt. Dort schauten wir uns etwas um (Kirche, Dom, Einkaufstraße) um danach am Stadthafen etwas zu Essen zu suchen. Und zu finden natürlich.

    Stadthafen Münster

    Nach dem Essen besuchten wir noch kurz einen örtlichen Einkaufsmarkt wo ich lokale Biersorten kaufte und dabei feststellte dass Pinkus aus Münster kommt. Ich kaufte also drei Biere der Finne Brauerei und ein Münsterländer Helles. 😊

    Bierauswahl aus Münster

    Auf dem Weg zurück zum Campingplatz verlor J. dann leider sein linkes Pedal vom Fahrrad und trotz aller Suche (im Dunkeln) konnten wir die Schraube dafür nicht mehr finden.. Naja..blöd gelaufen..

    Achja, bevor ich es vergesse. In Münster ist uns ein Tier zugelaufen was uns jetzt den Rest der Reise begleiten wird: Fritz das Eichhörnchen. 😃

    Fritz das Eichhörnchen im Restaurant am Stadthafen Münster

    Bis morgen dann!