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  • Italien 2024 – Tag 2 – Frühstück und Uniklinik Pisa

    Italien 2024 – Tag 2 – Frühstück und Uniklinik Pisa

    Montag, 23. September 2024

    Montagmorgen. Der erste richtige Urlaubstag beginnt. Der Anreisetag gestern ist ja nicht so wie erwartet zu Ende gegangen. Katharinas Bein tat immer noch weh. Aber immerhin waren wir etwas beruhigter durch die ärztliche Meinung, dass es es keine Thrombose ist. Aber nochmal Kontakt mit dem italienischen Gesundheitssystem müssen wir nicht haben.

    Geschlafen haben wir beide ganz gut. Leider gibt es aber keine richtige Bettdecke. Es gibt nur ein Laken und eine Art Tagesdecke. Da es nicht mehr hochsommerlich war, war es nachts schon recht kühl. Meine Wohlfühltemperatur wurde nachts knapp (20 °C) unterschritten. Aber es war aushaltbar. Und zum Glück gab es immerhin keine Mücken! In Italien sind ja schon die ersten Tigermücken unterwegs.

    Fahrt zur Pasticcieria und Frühstück

    Da wir ja Urlaub haben und ja auch spät zu Bett kamen, haben wir auch lange geschlafen (Das machen wir zuhause sonst aber auch gerne. 😉

    Ich stehe als erstes frühmorgens (10:30 Uhr) auf und mache mich mit dem Panda auf den Weg zur Bäckerei bzw. Konditorei des Ortes. Zu Lorenzo Pasticceria & Caffè. Für die knapp zwei Kilometer benötige ich nur vier Minuten. Es geht aber wild drei-, viermal links und drei-, viermal wieder rechts. Teilweise sind die kleinen Straßen nämlich nur Einbahnstraßen.

    Das Parken geht hier wieder einfach mit EasyPark. Auch wenn ich nur kurz stehen werde bezahle lieber, denn ich weiß, dass die Italiener bei überhöhter Geschwindigkeit und Falschparken keinen Spaß verstehen. Dann lieber den Euro zahlen statt einen saftigen Strafzettel zu riskieren. Ich weiß ja nicht wie motiviert hier die Kontrolleure sind…

    Blick vom Parkplatz auf die Berge

    Die Pasticceria ist ein einzeln stehendes Haus mit einer großen, breiten Veranda unter dem vorgezogenem Dach. Im Verkaufsraum steht ein riesiger Tresen mit einer Auslage der unterschiedlichen Backwaren: Viele verschiedene Sorten an Cornetti (Croissants), Kuchen, Torten, Macarons, Cupcakes, Törtchen, Cannoli, Sfogliatelle (Gefüllte Blätterteigtaschen), belegte Foccaccia und vieles mehr. Und hinter dem rechten Bereich des Tresens eine riesige Espressomaschine wo die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sekundentakt den Siebträger einspannen und Espressi herstellen.

    Ich suche uns ein paar Cornetti (gefüllt mit Vanille-Pudding und Pistaziencréme) und etwas herzhaftes aus und fahre zurück in die Ferienwohnung. Es schmeckt unfassbar lecker! Die Cornetti sind aber wirklich seeehr gut gefüllt. So gut gefüllt, dass es schon fast etwas zu viel ist. 😅

    Nach dem Frühstück macht sich Katharinas Bein wieder bemerkbar. Und zwar so, dass wir es nicht so lassen wollen, die Tagesplanung verwerfen und den Weg in die Universitätsklinik Pisa auf uns nehmen.

    Fahrt nach Pisa zur Uniklinik

    Bauarbeiten am Uniklinikum Pisa

    Wir erreichen gegen 16:30 Uhr die Notaufnahme der Uniklinik Pisa.

    Der Wartebereich sieht aus wie in einer deutschen Notaufnahme. Es sitzen und stehen hier halt jede Menge Menschen herum und warten in schummerigem Licht.

    Wir gehen als erstes nach rechts, wo anscheinend eine Art Anmeldung ist. Dort sind sind durch Stellwände, teils mit Fensterscheiben, kleine Abteile eingerichtet.

    Am Anmeldetresen sprechen wir vor und versuchen unser Anliegen zu vermitteln. Zum Glück spricht die Dame ein paar Brocken Englisch und holt dann aber ihren Kollegen der leidlich Englisch spricht. Dann überreicht sie uns ein Klemmbrett mit Zettel und Stift. Wir müssen erstmal etwas Papier ausfüllen. Danach warten wir bis wir wieder dran sind. Wir geben die Zettel und Katharinas Krankenkarte ab und sollen uns in den Warteraum setzen. Die Karte bekommen wir schnell wieder aber dann heißt es bestimmt eine Stunde warten.

    Dann kommen wir zu einer Art Ersteinschätzung. Die führt der Pfleger durch, der auch etwas beim Übersetzen geholfen hatte. Er untersucht grob Katharinas Bein und wir erhalten eine Wartenummer.

    Unsere ist die Nummer 327. Die heißt auf italienisch: Trecentoventisette (Dreihundert Zwanzig Sieben). Und diese Zahl wird den gesamten Nachmittag eine Herausforderung bleiben. Denn die Zahlen werden nicht auf einem kleinen Bildschirm angezeigt, sondern nur von einer Pflegerin wild und in verschiedenen Varianten in den Raum gerufen. Also mal als „dreihundertsiebenundzwanzig“ oder mal als „dreisiebenundzwanzig“. Erschwert wird das dadurch, dass die Zahlen auch nicht aufsteigend aufgerufen werden, sondern völlig willkürlich. Mal sind sie höher als unsere, mal sind sie niedriger.

    Wir müssen also jedes mal genau hinhören!

    Warten, Warten und nochmals Warten

    Nachdem wir uns zwei Sitzplätze gesucht haben beginnt die Warterei. Inzwischen ist es 17:30 Uhr. Wir vertreiben uns die Zeit mit Beobachtung der Geschehnisse in der Aufnahme. Neben vielen Wartenden wie uns kommt ab und zu auch der Rettungsdienst bzw. Krankentransport mit liegenden Patient:innen.

    Schnell merken wir, dass wir nicht gut auf eine eventuelle, längere Wartezeit eingerichtet sind: Wir haben nichts zu essen oder zu trinken mit und kein Ladegerät für die Handys.

    Ich kann aber auch nicht mal eben mit dem was besorgen fahren, weil Katharina ja jederzeit aufgerufen werden könnte und wir beiden zusammen ja schon immer gegenseitig nachfragen müssen ob das gerade unsere Zahl war. Außerdem muss ich bei Bedarf übersetzen.

    Wir sind also im Warteraum gefangen. Mit sinkenden Akkuständen und ohne Verpflegung.

    Einziger Lichtblick wären die diversen Automaten. Zwei bereiten diverse Kaffeespezialitäten vor. Und beide mahlen jeweils frische Bohnen und machen bestimmt einen guten Caffè (Espresso) und andere Heißgetränke. Das gibt es nur in Italien. 😁

    Der andere Automat ist für Snacks. Leider ist dort die kontaktlose Bezahlmöglichkeit defekt. Und wir haben nur minimal Kleingeld dabei… Das bedeutet für uns: Nur ein kleiner Snack und ein Wasser.

    Katharina am Snack-Automaten

    So ziehen sich die Stunden dahin.

    Gegen 21:30 Uhr werden wir dann endlich aufgerufen und werden in einen Flur hinter einer Tür geleitet. Dort stehen sitzen und stehen viele weitere Patient:innen. Es liegen aber auch etliche in Krankenhausbetten. Teilweise am Tropf oder an Überwachungsgeräten.

    In einem großen Raum vom Flur ab ist eine Art Überwachungssaal, wo nur Betten mit liegenden Patient:innen stehen. Katharina kann im Flur sitzen. Ich will (und kann) inzwischen nicht mehr sitzen.

    Irgendwann kommen wir dran und werden von einem recht jungen Arzt in ein Zimmer gebeten. Nach kurzer Erklärung der Vorgeschichte untersucht er das Bein von außen und macht dann auch ein Ultraschall. Die Untersuchung ergibt: Weiterhin keine Thrombose. Sehr gut!

    Ein langer Tag geht zu Ende

    Wir verlassen die Notaufnahme um kurz vor 23 Uhr. Sieben Stunden haben wir jetzt mit Ersteinschätzung, Warten und Diagnostik zugebracht. Das wäre in Deutschland wahrscheinlich nicht viel schneller gegangen. Aber immerhin haben wir endlich die Bestätigung, dass es definitiv keine Thrombose ist!

    Jetzt sind wir einfach nur kaputt, müde, hungrig und durstig und wollen endlich zurück in die Ferienwohnung. Ciao Pronto Soccorso!

    Positiv fällt die Rechnung für die Parkgebühren auf: Für das Parken von zu 2 Stunden zahlt man nur einen Euro. Und das Tagesticket über 4 Stunden kostet maximal 5 €!

    Wo bekommt man denn aber jetzt noch etwas zu Essen und zu Trinken? Da fällt uns natürlich McDonalds ein! Die gibt es auf der ganzen Welt und die haben immer auf.

    Diese Theorie entpuppt sich aber leider als falsch. Die beiden am nächsten gelegenen Filialen haben nur bis 23 Uhr geöffnet. Angesichts der Tatsache, dass wir beide leicht hungerbös sind, habe ich auch keine große Lust noch lange Umwege zu fahren.

    In Pisa finden wir also nichts zu Essen. Nicht einmal die Tankstellen haben auf. Die Stadt ist wie ausgestorben. Tote Hose. Frustrierend.

    In Lido di Camaiore, in der Nähe des Krankenhauses wo wir gestern waren, ist auch ein McDonalds. Aber auch der macht gerade zu als wir ankommen… 😢

    So bleibt uns nichts anderes übrig, als zur Unterkunft zu fahren und ein paar spärliche Reste aus dem Kühlschrank zu essen.

    Müde und hungrig gehen wir zu Bett und schlafen wie die Steine.

  • Italien 2024 – Tag 1 – Anreise nach Camaiore

    Italien 2024 – Tag 1 – Anreise nach Camaiore

    Sonntag 22. September 2024

    Via per l’Italia!

    Sonntagmorgen Ende September 2024 um 5 Uhr. Der Wecker klingelt.

    Endlich ist es soweit. Unser erster richtiger Urlaub in Italien beginnt!

    Wir, dass sind meine Freundin Katharina und ich. Vier Jahre sind wir schon zusammen. Und, aus gewissen Gründen, haben wir bisher keinen gemeinsamen Urlaub gemacht.

    Warum es unser erster richtiger Urlaub ist

    Wir haben uns Mitte 2020 während Corona kennengelernt. Außer zwei Tagen auf Pellworm war kommenden eineinhalb Jahre war dann gar nichts mit Reisen. Ganz im Gegenteil sogar. Lockdowns und Kontaktverbote bestimmten auch unser beider Leben.

    Dann kam die Phase der Impfungen und Katharina wurde plötzlich krank. Nach einer langen Odyssee von Arzt zu Arzt haben wir inzwischen eine Diagnose: ME/CFS durch die Covid-Impfung. Post-Vac-Syndrom. Das bedeutet: Eine dauerhafte, tiefgehende körperliche Erschöpfung auf Zellbasis. Eine Therapie gibt es bisher nicht. Lange Ruhepausen sind nach Aktivitäten notwendig. Sie hat 100% Erwerbsunfähigkeit und eine 60 % Schwerbehinderung.

    Wir mussten also warten bis sich Katharinas Zustand soweit gebessert hatte, dass eine Flugreise überhaupt möglich ist.

    Anreise nach Pisa

    Ich habe die Reise im Kopf also schon dementsprechend geplant. Nicht zu viel Aktivitäten. Möglichst mit dem Auto fahren. Viele Pausen einplanen.

    Wir beladen das Auto und fahren nach Hamburg zum Flughafen. Von dort fliegen wir nach Frankfurt (Natürlich mit Maske). Dort wartet die erste Herausforderung: Das Umsteigen. Vom Flugzeug geht es in den Bus der uns (stehend) über das Rollfeld zum Terminal bringt. Vom Terminal A (die genaue Nummer weiß ich nicht mehr) müssen wir (gefühlt) 1,5 km zum anderen Terminal laufen. Und natürlich haben wir immer die Uhr im Hinterkopf, denn so viel Umsteigezeit haben wir nicht.

    Aber wir schaffen es ohne Probleme und sind bald schon über den Alpen. Schnell kommt auch Pisa in Sicht.

    Flughafen und Mietwagen

    Nach der Landung fällt mir schon auf: Der Flughafen ist nicht mehr der modernste. Schon von außen sehen die Gebäude etwas abgeranzt aus. Naja italienischer Charme halt. Der erste äußere Eindruck wird innen bestätigt. Aber wir bekommen ganz normal unser Gepäck und verlassen dann den Flughafen.

    Von vorne macht der Flughafen nicht ganz so einen schäbigen Eindruck.

    Was und sofort auffällt: Zuhause waren es noch 11 °C, hier in Pisa sind es wohlige 24 °C.

    Wir gehen vom Terminal nur vorne an den Bussteig und nehmen den Transfer-Bus zum Mietwagenzentrum (stehend). Nach 5 Minuten Fahrt sind wir da.

    Nachdem die üblichen Formalitäten erledigt sind können wir unser Auto für den Urlaub übernehmen: Ein blauer Panda. Immerhin sogar mit CarPlay!

    Unser Panda
    Unser Panda

    Fahrt nach Viareggio

    Da wir unsere Ferienwohnung erst ab 15 Uhr beziehen können und es jetzt erst 10:30 Uhr ist, müssen wir die Zeit irgendwie sinnvoll füllen.

    Das ist aber kein Problem, denn seit dem Start zuhause gab es nur die (zweifelhaften) Snacks im Flugzeug. Etwas leckeres zu Essen und zu trinken zu finden ist also mehr als notwendig.

    Unser Plan ist erstmal vom Flughafen Pisa bis nach Viareggio zu fahren. Das sind etwa 22 Kilometer mit einer halbe Stunde Fahrt. Also schnell das Navi programmieren und los geht es!

    Der Anfang ist etwas verwirrend. Nicht wegen des italienischen Verkehrs, sondern weil uns Google Maps in ein Wohngebiet in die völlig falsche Richtung führt. Dann fahren wir über eine Überführung auf eine Kraftfahrstraße. Nach kurzer Zeit sollen wir aber umdrehen und fahren wieder über die gleiche Brücke zurück zum Flughafen. Keine Ahnung was das Problem ist.

    Nach einer erneuten Eingabe der Daten sind wir endlich auf der richtigen Route und dann auch schnell in Viareggio.

    Essen in Viareggio

    Der Ort hat etwa 60.000 Einwohner:innen und bietet einen langen breiten Strand, eine lange, moderne Promenade mit Fußgängerzone und vielen Geschäften. Für uns wirkt alles einfach herrlich mediterran.

    Viareggio verfügt über einen Yachthafen mit vielen kleinen und großen Yachten und vielen Werften/Yachtunternehmen. Außerdem teilt ein Fluss die Stadt.

    Wir versuchen erst im südlich gelegenen Teil ein Restaurant zu finden. Aber an der Viale Europa hat alles noch zu bzw. es ist nichts los. Das lockt mich nicht so. Wir fahren also auf die andere Seite vom Fluss wo ich zuhause schon eine Pizzeria rausgesucht hatte.

    Wir parken so nah wie möglich an der Promenade damit Katharina nicht so viel laufen muss. Zuviel Wärme verträgt ihr Kreislauf nicht. Stichwort: POTS.

    Das Parken auf dem Parcheggi Comune Di Viareggio ist einfach möglich dank EasyPark. Oder mit Kreditkarte. Bargeld geht nicht.

    An der Promenade gehen wir zur L’Antica Pizzeria Da Michele Viareggio. Die Pizzeria hat 4,8 von 5 Sternen bei Google Maps. Das muss ja schon was heißen. Und sogar Prominente wie Julia Roberts haben hier schon gegessen.

    Pizzeria Da Michele Viareggio
    Pizzeria Da Michele Viareggio

    Das Restaurant ist gut besucht aber nicht voll und wir bekommen drinnen einen Tisch für zwei. Draußen in der Sonne hätten wir es auch nicht ausgehalten. Direkt am Eingang ist die offene Küche mit einem riesigen Pizzaofen und einer Fritteuse. Hier wird Calzone auch frittiert!

    Wir bestellen schnell unsere Getränke (Ich: Großes Bier, Sie: Wasser) und das Essen (Ich: Calzone, Sie: Pizza Bianco).

    Innerhalb von Minuten ist das Essen fertig und Katharinas riesige Pizza, bestimmt 40 cm im Durchmesser, und meine Calzone landen bei uns auf dem Tisch!

    Mit großem Appetit fallen wir über unser Essen her. Und es schmeckt einfach unfassbar lecker!

    Un Gelato, per favore!

    Natürlich schaffen wir nicht alles und Katharina lässt sich den Rest im Karton zum mitnehmen einpacken. Keine gute Idee wie sich später herausstellt, denn die Pizza wird aufgrund der Wärme draußen schnell ungenießbar.

    Nun machen wir uns auf den Weg nach einem Nachtisch. Und was liegt näher als ein italienisches Eis!

    Nicht weit von der Pizzeria liegt das mehrfach preisgekrönte Laboratorio del gelato. Dort essen wir unfassbar gutes Eis! Ich: Schokolade. Sie: Pistazie und Vanille. Mein Schokoladeneis schmeckt so cremig und lecker wie eine Mousse au Chocolat! Unfassbar lecker. Und preislich voll in Ordnung.

    Gelato!
    Gelato!

    Wir schlendern durch die Nebenstraßen zurück zum Auto.

    Es sieht einfach aus wie man sich Italien so vorstellt. Alte Häuser, teils gut gepflegt, teils etwas schlechter, hölzerne Fensterläden, alte Briefkästen und Klingeln, filigrane Balkone, alte Kirchen und krumme Bäume.

    Fahrt nach Camaiore

    Inzwischen ist es fast 14 Uhr und wir machen uns langsam auf den Weg nach Camaiore (10 km, 15 Minuten Fahrt). Bevor wir zur Ferienwohnung fahren, müssen wir aber noch etwas zu trinken kaufen. Dazu steuern wir den örtlichen Sigma-Supermarkt an.

    Das ist schnell erledigt und wir folgen dann dem Navi quer durch den Ort. Die Straßen werden schnell schmaler und der Weg führt leicht bergauf und biegt irgendwann links ab in eine Einbahnstraße. Die ist so schmal, dass ich sehr langsam werden muss, weil ich nicht weiß, ob das Auto überhaupt hindurchpasst! Dann geht es wieder etwa bergab und dann sind wir auch schon da.

    Enge Durchfahrt
    Enge Durchfahrt

    Ferienwohnung

    Einfahrt zum Hof

    Zum Ausladen fahre ich kurz in den kleinen Hof. Denn eigentlich ist Parken für uns nur auf einem öffentlichen Parkplatz um die Ecke vorgesehen.

    Unser Vermieterin erwartet uns. Sie wohnt im Haupthaus, die Ferienwohnung befindet sich hinten angeschlossen im Hof. Sie übergibt uns den Schlüssel und gibt uns noch ein paar Tipps.

    Die Wohnung verfügt über ein Bad, ein Wohnzimmer mit Küchenzeile und ein Schlafzimmer mit Doppelbett. Theoretisch gehört auch noch ein winziger Innenhof zwischen den Häusern dazu. Den werden wir aber nicht nutzen.

    Im Hof gibt es noch einen gemauerten Pizzaofen, wein rankt am Gebäude hoch und der Blick ist frei auf die umgebenden Berge.

    Im Supermarkt

    Nachdem wir uns grob eingerichtet haben fahren wir nochmal zum Sigma um das notwendigste für Abendbrot und Frühstück einzukaufen.

    Der Supermarkt gefällt mir sehr gut!

    Es gibt natürlich eine ganz andere Auswahl an Früchten und Gemüse, Milchprodukten, Fleisch und Käse. Vieles abgepackt, gefühlt 500 g große Mortadella-Packungen, aber auch jeweils ein riesiger Fleisch-, Käse- und Backwarentresen. Es gibt natürlich Mortadella, Schinken, Würste, Käste verschiedener Sorten und Brot und Süßes.

    Wir decken uns mit allem wichtigen und unwichtigen ein und fahren zurück zur Ferienwohnung.

    Thrombose im Bein?

    Jetzt würde man normalerweise den ersten Abend im Urlaub mit einem Getränk genießen und sich ausruhen. Aber das ist uns leider nicht vergönnt.

    Seit der Ankunft hat Katharina schon Schmerzen im linken Bein. Und sie hatte ja genau in dem Bein vor zwei Jahren eine tiefe Beinvenenthrombose. Seitdem muss sie Kompressionsstrümpfe tragen weil die Venenklappen beschädigt sind. Wegen der Flugreise hatte sie sich extra mit ihrem Hausarzt besprochen und hat sich natürlich besonders Gedanken gemacht. Und ich hatte auch zur Sicherheit eine Reisekrankenversicherung mit Rücktritt abgeschlossen.

    Jetzt tut das Bein also weh und natürlich liegt der Verdacht einer Thrombose nicht fern. Jetzt ist guter Rat teuer. Wir nehmen erstmal telefonisch Kontakt zur Versicherung auf und lassen uns beraten. Man rät uns ins nächste Krankenhaus zu fahren oder in die Uniklinik nach Pisa.

    Wir nehmen Kontakt zu unserer lieben Vermieterin Alessandra auf und fragen nach dem nächsten Krankenhaus. Das liegt 15 Minuten Fahrzeit von uns in Richtung Viareggio.

    Im Ospedale Versilia

    Na, das kann ja spannend werden! In einem Land, in dem man selbst nicht die Sprache spricht und auch das Gesundheitssystem nicht kennt, zum Arzt zu gehen. Für die Bestellung einer Pizza oder eines Bieres reicht mein Italienisch gerade so und lesen kann ich auch so einiges. Aber medizinisch reicht das vorne und hinten nicht. Ob und wie gut Englisch dort gesprochen wird, ist ebenfalls fraglich.

    Nach kurzer Fahrt kommen wir am Ospedale Versilia an. Nachdem wir geparkt haben orientieren wir uns in Richtung Notaufnahme (Pronto Soccorso). Google Translate ist einfach gut.

    Als erstes müssen wir an einem bewaffneten Wachmann/Polizisten vorbei und unser Anliegen vortragen. Wir lernen: Das Wort für Thrombose ist auf italienisch Trombosi. Ein Zeigen auf das Bein macht das Problem schnell verständlich. Wir werden zur Anmeldung vorgelassen, wo die Mitarbeiterin ganz gut Englisch spricht und schnell versteht was los ist. Wir müssen im Wartebereich ein paar Formulare ausfüllen und dann etwas warten. Es sitzen aber lediglich ein paar Leute im Wartebereich. Unsere Krankenkassenkarte wird übrigens problemlos akzeptiert.

    Irgendwann bringt uns die Dame dann in einen kleine Nische, die nur mit einem Vorhang vom Flur abgetrennt ist. Der Flur ist eher schwach beleuchtet und es stehen viele Geräte und Betten am Rand. Und in unserem kleinen „Raum“ mit der Größe von 3x3m ist es noch dunkler. Neben einer Krankenhausliege steht dort diverse Geräte wie ein 12-Kanal-EKG, ein Rollwagen und einige Infusionsständer. Es wirkt etwas nach Abstellecke.

    Nach etwa 20 Minuten kommt ein älterer Arzt im grünen Kasack zu uns. Der spricht auch ganz gut Englisch, natürlich mit einem niedlichen italienischen Akzent. Ich erläutere die Vorgeschichte und er beginnt das Bein zu untersuchen. Dann verschwindet er kurz und kommt mit einem, etwas älteren, Ultraschallgerät zurück. Dann schallt er das Bein ausführlich.

    Nach kurzer Zeit ist er fertig und präsentiert uns dein Ergebnis: Keine Thrombose. Das zeigt er uns auch auf dem Ultraschall. Wir sollen es beobachten, eventuell Schmerzmittel nehmen und sonst wiederkommen.

    Wir fahren zurück zur Ferienwohnung und legen uns erschöpft schlafen.

    So haben wir uns den ersten Urlaubstag nun wirklich nicht vorgestellt!